Über den Schnee fliegen

Das Reisen in Grönlands majestätischer Landschaft ist vom Hundeschlitten aus betrachtet noch einmal etwas ganz anderes als mit dem Schneescooter oder auf Skiern. Vielleicht ermöglicht erst das langsamere Tempo die vollen Eindrücke. Oder es ist der Rhythmus, den das Hecheln der Hunde und das Trappeln ihrer Pfoten vorgeben. Ein Sound, welcher der Stille gegenübersteht.

Das Erlebnis, wie Mensch und Hund zusammenarbeiten, erfordert eine gewisse Toleranz gegenüber kalten Temperaturen, doch nicht nur Arktisfanatische haben Spaß bei Touren mit dem Hundeschlitten. Auch wenn es Sie sonst eher nicht in die Kälte zieht, geht doch nichts über einen Ausflug mit einer Tasse heißem Tee, Seehundbekleidung und einer Decke aus Rentierfell. Die hält selbst Frostbeulen schön warm.

„Auf dem Hundeschlitten zu fahren, war fantastisch! Und das Abenteuer dabei – ich habe die Geschwindigkeit geliebt!”

„In Grönland angekommen, hat es mich zu den Hunden hingezogen. Robbenfellkleidung anzuziehen, über den zugefrorenen Fjord zu rasen...”

Teil des grönländischen Way of Life

Hundeschlitten sind ohne Zweifel ein Klassiker der Arktisreisen. Doch nicht jeder Besucher kennt den speziellen Bezug der grönländischen Hundeschlitten zur hiesigen Inuitkultur.

Hundeschlitten sind Teil der Geschichte, wie die Grönländer es schafften, in ihrer rauen Umgebung zurechtzukommen. Im Gegensatz zu anderen arktischen Orten gehört der Hundeschlitten hier zum grönländischen Way of Life – da er neben dem Spaßfaktor auch zum Überleben notwendig ist. In der Natur zu leben, ist essentiell für die grönländische Identität und deshalb kommen Sie auch der grönländischen Kultur nahe, wenn Sie sich in die Natur begeben.

GRÖNLÄNDISCHE SCHLITTENHUNDE

Einen Nachmittag in der Gemeinschaft von grönländischen Schlittenhunden zu verbringen, werden Sie so schnell nicht vergessen. Die Tiere haben eine beeindruckende Präsenz durch ihre Laute und die dicken Winterpelze, welche ihnen dabei helfen, den Widrigkeiten des grönländischen Winters zu trotzen.

Das Energielevel und die Ausdauer der Schlittenhunde sind unschlagbar. Das Kommando ,Los’ scheint eigentlich unnötig zu sein, da die Tiere ständig Tempo machen. Schlittenhunde springen beim bloßen Anblick ihres Hundeführers auf. Dann sollten Sie sich lieber auf Ihrem Schlitten festhalten, denn die kräftig ziehenden Tiere warten nicht auf Sie!

  • Hundeschlitten werden in Grönland seit den ersten Besiedlungen zum Transport und zur Jagd genutzt. Zudem sind sie zur Freizeitbeschäftigung von Einheimischen und Touristen geworden.
  • Ein jährlicher Hundeschlittenwettbewerb, Avannaata Qimussersua genannt, findet in Nordgrönland statt.
  • Schlittenhunde werden in allen Städten nördlich des Polarkreises an der Westküste und in allen Städten an der Ostküste gehalten.
  • Schlittenhunde unterliegen strengen Zuchtregularien. In den Hundeschlittengebieten ist die Haltung anderer Hunderassen nicht erlaubt. Wenn ein Hund einmal dieses Territorium verlassen hat, darf man ihn nicht wieder zurückbringen.
  • Schlittenhunde haben einen besonderen Instinkt für ihr Terrain. Beispielsweise stoppen sie, wenn das Eis für eine Überquerung zu dünn ist.

DIE KUNST DES HUNDSCHLITTENFÜHRENS

Die Schlittenhunde bringen ihre geballten Kräfte ein. Heimlicher Star des Unternehmens Schlittentour ist aber der Musher, der Hundeschlittenführer. Grönländer sind Menschen weniger Worte und werden oft als schüchtern wahrgenommen. Doch dieser Eindruck ändert sich schlagartig, wenn man ihnen dabei zusieht, wie sie ein Rudel Schlittenhunde dirigieren. Mit einer Handvoll Kommandos und einer Peitsche als einzigem Werkzeug lenken die Kutscher ihren Trupp sicher zu den Fischlöchern oder Jagdgebieten.

Die Kunst des Schlittenführens verhindert, dass die Tiere ungehorsam und zu einer Gefahr werden. In Grönland lernt man dies früh. Da das Wissen von Generation zu Generation weitergegeben wird, haben schon viele Kinder ihre eigenen kleinen Schlitten und sogar eigene Hunde, die für sie von Anfang an Arbeitstiere und keine Haustiere sind. Ein stolzer Tag für alle Grönländer, wenn sie zum ersten Mal ihre Meute über Berge und Meer führen.