Leben im Eis

Trotz des Inlandeises erstreckt sich Grönlands Tierleben weit über die Grenzen hinaus, welche uns Menschen gesetzt werden.

Die Bergwelt bietet etlichen Landtieren ein Zuhause und Vögel können die offenen Luftwege über Fjorden, Meer und Bergen nutzen, während Meerestiere ein globales, grenzenloses Ökosystem bevölkern.

Dies geschieht, obwohl das Inlandeis 80 % der Landmasse von Grönland bedeckt, eine besondere Herausforderung für das Leben in Grönland.

„Wir haben alle Tiere gesehen – die Rentiere, den Polarfuchs und Moschusochsen. In anderen Ländern sitzt man in einem Bus und starrt durchs Fenster, ohne etwas zu sehen. Ich dachte, so wäre das hier auch. Aber so war es nicht!“

„Beim Arctic Circle Trail haben wir Moschusochsen, Rentiere, Schneehasen und –füchse und verschiedene Vögel gesehen! Und natürlich sehr vielseitige Landschaften – Fjorde, Berge und Seen!”

LANDTIERE IN GRÖNLAND

Eisbären, Moschusochsen, Rentiere, Polarfüchse, Schneehasen, Adler, Schneehühner, Lemminge und der seltene Arktische Wolf sind in der landbasierten Fauna Grönlands anzutreffen.

Arktische Wölfe kommen nur im äußersten Norden und die Lemminge ausschließlich in einer schmalen Landzone zwischen Inlandeis und Packeis im nordöstlichsten Grönland vor. Hier gibt es fast keine Vegetation. Andere Tierarten erstrecken sich fast über das ganze Land.

Moschusochsen sind besonders um Kangerlussuaq anzufinden, wo über 10 000 Tiere im grünen von Eis umgebenen Bergland grasen. Die ganze Westküste und große Teile der Ostküste entlang ziehen Rentierherden, die jedes Jahr auf der Suche nach Nahrung lange Strecken zwischen Inland und Küste zurücklegen und im Sommer in der Nähe des Inlandeises ihre Kälber gebären.

Der Eisbär ist an Land und im Meer beheimatet. Besonders in Nord- und Ostgrönland wird Grönlands weißer Riese regelmäßig gesichtet, wo die Tiere vom Meereis aus jagen. Nach Südgrönland gelangen sie über abgetriebene Eisschollen und gehen auch dort an Land. Die grönländischen Eisbären jagen Robben und Vögel, halten üblicherweise keinen Winterschlaf und ziehen im Sommer landeinwärts, um sich dort auch von Pflanzen zu ernähren.

GRÖNLÄNDISCHE VÖGEL

Schneehühner wechseln zwischen Sommer und Winter ihre Farbe und können sich jeder Jahreszeit entsprechend gut tarnen. Trotzdem können sie sich nie vor Angriffen von oben sicher sein, denn besonders Seeadler und grönländische Falken sind ausgezeichnete Jäger.

Vögel sind in Grönland genau so vielseitig wie ihre Namen es erahnen lassen. Von kleinen Ammern, Finken und Spatzen über Trottellummen, Papageientaucher, Alken, Lummen, Seeschwalben, Dreizehenmöwen, Raben, Möwen, Eulen und vielen anderen bekannten Arten reicht die Vogelwelt, welche Grönland zu ihrem Zuhause gemacht hat.

Und die Liste geht weiter, so dass wir hier noch kurz Eistaucher, Eissturmvogel, Kormoran, Gans, Eiderente, Mittelsäger, Flussuferläufer, Strandläufer, Steinwälzer und Skua unter vielen erwähnen möchten. Der Einfallsreichtum in der Namensgebung spiegelt dabei prima die Artenvielfalt wider.

Vögel sind in Grönland genau so vielseitig wie ihre Namen es erahnen lassen.

Springende Buckelwale, Orcas auf der Jagd und pfeilschnelle Narwale

GRÖNLANDS MEERESTIERE

Wale stehlen den anderen Bewohnern des Meeres schnell die Schau. Dies muss wohl daran liegen, dass sie von kleinen Kreuzfahrtschiffen auf Expeditionsreisen und auf der Fahrt mit dem grönländischen Passagierschiff an der Westküste entlang leicht gesehen werden können.

Springende Buckelwale, Orcas auf der Jagd und pfeilschnelle Narwale, die zwischen den Rissen im Meereis auftauchen, sind nur einige der Wale, die Sie vor Grönland sehen können. Zudem gibt es auch Minkwale, Belugas, Blauwale, Pottwale, Finnwale und natürlich den Grönlandwal.

Doch das Meer hat auch viele Robbenarten wie u.a. Seehund, Klappmütze, Bartrobbe und Grönlandrobbe zu bieten, wie auch die Hauptspeisen der Eisbären: Ringelrobben.

Weitere Meeresbewohner

Schwergewichte des Meeres sind Walrosse, die bis zu einer Tonne schwer werden können. Und mit ihren bis zu 50 cm langen Stoßzähnen sind die Tiere eine wahrhaftig kolossale Erscheinung, die an Land ziemlich plump wirkt, sich im Wasser aber als eleganter Schwimmer beweist. Ein Walross ernährt sich u.a. von Muscheln und Schnecken.

Zudem leben in den grönländischen Gewässern zahlreiche Fischarten und Schalentiere, wie etwa Kabeljau, Garnelen, Krabben, Heilbutt, Rotbarsch, Steinbeißer, Lachs und der bei Anglern besonders beliebte Saibling. Sie sind alle Teil einer langen Nahrungskette, in die auch wir menschlichen Bewohner Grönlands eingebunden sind. Fischfang ist in Grönland ein industrieller Schwerpunkt.

Schwergewichte des Meeres sind Walrosse, die bis zu einer Tonne schwer werden können.

Schlittenhunde wurden vor mehr als 4000 Jahren von unseren ältesten Vorfahren ins Land gebracht.

DOMESTIZIERTE ARTEN

Unter den weniger wilden Tieren Grönlands gibt es eine Reihe domestizierter Arten, die in unserer Jäger- und Landnutzungskultur eine wesentliche Rolle spielen.

Schlittenhunde wurden vor mehr als 4.000 Jahren von unseren ältesten Vorfahren ins Land gebracht, und mit nur kurzfristigen Ausnahmen waren sie die Basis für Transport und Mobilität im Winter, mit Ausnahme vom südwestlichen Teil Grönlands. Heute sind Hundeschlitten eine der vielseitigen Möglichkeiten, sich innerhalb der Winterlandschaft zu bewegen. Deshalb sind sie auch bei unseren Gästen im Wintertourismus sehr beliebt.

In Südgrönland gehen auf eine tausendjährige Landnutzungstradition Pferde als Zugtiere zurück, die auch beim Zusammentreiben der Schafherden geritten werden. Die Schafe leben in den Tälern um die südgrönländischen Bauernhöfe. In den größeren Orten sind auch reine Haustiere wie kleine Hunde, Katzen, Hamster und sogar Chinchillas verbreitet. Ja, das Tierleben in Grönland ist halt vielfältig.