Früher war der Glaube an Geister und Zauberei tief in der Inuitkultur verwurzelt.

Erzählungen aus einer barschen Gesellschaft

Früher war der Glaube an Geister und Zauberei tief in der Inuitkultur verwurzelt. Die barsche Natur, die Dunkelzeit und die rauschenden Stürme vor den Torfhütten und Iglus waren gegebene Anlässe um sich in den selbstgebauten Behausungen, die nur durch Tranlampen und Körperwärme erwärmt wurden, Geschichten zu erzählen. Dies war eine Gesellschaft, in der man nah beieinander wohnte, aber isoliert von anderen Siedlungen war. Deshalb war die Freude groß, wenn gute Erzähler klassische Geschichten erzählten und wenn Besucher von außerhalb mit neuen Geschichten vorbeikamen.

Eine beseelte Natur und Seelenwanderung

Die frühen Inuit glaubten daran, dass die Natur beseelt war. Jeder einzelne Stein, jeder Halm, jedes Tier und jeder Organismus waren lebendig und hatten ihre eigene Seele. Die Inuit glaubten auch daran, dass die Seelen der Menschen von Tier zu Tier wandern können, woraus viele fantasievolle Geschichten entstanden. Für ein Volk, das so eng verbunden mit der Natur lebte und das komplett abhängig von den lebenden Ressourcen der Natur war, war dies gar nicht so abwegig. 

Die Inuit glaubten daran, dass die Seelen der Menschen von Tier zu Tier wandern können.

Im Laufe von vielen Generationen war die Erzähltradition die einzige Art, die Traditionen und Lebensformen der Inuit zu vermitteln.

Geschichten mit einer Moral

Im Laufe von vielen Generationen war die Erzähltradition die einzige Art, die Traditionen und Lebensformen der Inuit zu vermitteln. Die Geschichten über die Religion und die Lebensphilosophie der Inuit enthielten oft eine Moral mit kategorischen Ge- und Verboten. Auf diese Weise trugen die Geschichten dazu bei, Normen für das Verhalten der Menschen zu etablieren. Jahrhundertelang, ja vielleicht jahrtausendelang, wurden Geschichten wie Navaranaaq, Kaassassuk und andere bekannte Sagen bei den Inuit in Alaska, Kanada und Grönland von Mund zu Mund überliefert, bis sie am Ende schriftlich festgehalten wurden, unter anderem von Knud Rasmussen.

Sammlung der Mythen und Sagen

Der Polarforscher Knud Rasmussen, der in Grönland geboren wurde und dort auch aufwuchs, sammelte während der vielen Jahre, in denen er in Grönland reiste und lebte, die grönländischen Mythen und Sagen. Somit wurde ein großer Teil der Kulturgeschichte des Landes auch für Leser in anderen Teilen der Welt zugänglich.

Heute wird das Buch "Mythen und Sagen aus Grönland" von vielen Menschen gelesen, die an Mythen interessiert sind, und sowohl staatliche als auch private Unternehmen in Grönland lassen sich durch die alten Erzählungen noch immer zu Namen, Logos und Kunst inspirieren. 

Sowohl staatliche als auch private Unternehmen in Grönland lassen sich durch die alten Erzählungen noch immer zu Namen, Logos und Kunst inspirieren.