1000 JAHRE SCHAFZUCHT UND LANDWIRTSCHAFT

Vor 1000 Jahren erreichte eine Gruppe Wikinger mit Erik dem Roten an der Spitze die Bucht, in der heute die Siedlung Qassiarsuk liegt. Der Sage nach fühlte sich Erik an seine Kindheit in Westnorwegen erinnert. Diese Niederlassung in ihm so vertraut vorkommender Landschaft nannte er Brattahlíð, den steilen Berghang. Er und seine Mitreisenden bauten hier langfristig eine Landwirtschaft im Fjord auf.

Auch heute ist die Landwirtschaft Haupteinnahmequelle in Qassiarsuk und die Bauern bestellen noch heute die Felder und lassen ihre Tiere in den Tälern grasen, in welche schon die Wikinger ihre Tiere gegen Ende des 10. Jahrhunderts brachten.

Landnutzung durch Schafzucht ist also eine besondere kulturelle Fortführung und Sie werden erleben, wie eng die Familien in der Siedlung und draußen auf den Farmen zusammenarbeiten.

Die Geschichte besagt, dass Erik sich so stark an seine Kindheit in Westnorwegen erinnert fühlte, dass er den Ort Brattahlíð, „Der steile Berghang“ nannte.

Feldwege enden hier auf Schaffarmen, die dem Begriff Abgeschiedenheit eine neue Bedeutung geben.

EINSAME HÖFE MIT MODERNER ANBINDUNG

Feldwege enden hier auf Schaffarmen, die dem Begriff Abgeschiedenheit eine neue Bedeutung geben. U.a. in Tasiusaq und Nunataaq, eine Tageswanderung westlich von Qassiarsuk, erstrecken sich die Felder direkt an die Fjordufer, wo Eisberge des Inlandeises auf ihrem Weg ins Meer vorbeischippern.

Gleichzeitig erleben Sie aber auch, wie die Menschen ganz selbstverständlich moderne Infrastrukturen wie das Internet benutzen, eine moderne und exportangepasste Landwirtschaft betreiben und ihre Kinder auf die gut ausgestattete Schule in der Siedlung schicken. Bildung zählt hier viel, weshalb viele junge Menschen für einige Jahre Südgrönland verlassen, um weiterführende Schulen und Universitäten zu besuchen.

 

WIKINGER IN QASSIARSUK

Qassiarsuk war grönländischer Hauptsitz der Wikinger. Hier errichteten sie die erste christliche Kirche des nordamerikanischen Kontinents und hier entwickelten sie ihre Landwirtschaftskultur, welche dann über ganz Südgrönland ausgebreitet wurde.

Heute steht eine Statue von Leif Eriksson an einem prominenten Aussichtspunkt der Stadt. Er wacht wohl über Vergangenheit und Zukunft. Leif ist auch unter seinem Beinamen Leif der Glückliche oder einfach als Sohn Eriks des Roten bekannt. Ganz nebenbei war er der erste Mann der von Westen aus nach Vinland, Nordamerika, reiste. Dies blieb auch in Südgrönland nicht unbemerkt.

Von allen Wikingerstätten in Südgrönland ist Qassiarsuk wohl die bedeutsamste, da die Ruinen auch heute noch Teil der Landschaft sind. Mit den Rekonstruktionen von Tjodhildes christlicher Kirche und einem norrönen Bauernhaus wird Geschichte auf in Grönland einzigartige Weise wiederbelebt.

  • Qassiarsuk ist eine Schafzüchtersiedlung, die 1924 von Otto Frederiksen gegründet wurde. Unter den heute 50 Einwohnern finden sich einige seiner Nachkommen.
  • Erik der Rote und seine Frau Thorhildur ließen sich 982 hier nieder und errichteten die erste christliche Kirche auf dem nordamerikanischen Kontinent.
  • In der Siedlung gibt es einen Einkaufsladen und ein Café.
  • 120 km Pfade in Qassiarsuk und den umliegenden Tälern machen die Umgebung ideal für Wandertouren.
  • Aufgrund der Schafe sind die Siedlung und die umliegenden Bergstriche mückenfrei.
  • Der Leif-der-Glückliche-Marathon wird jedes Jahr in Qassiarsuk und Umgebung ausgerichtet.

WANDERUNGEN UND NATURERLEBNISSE IN QASSIARSUK

Auch wenn der Baumwuchs auf einige wenige geschützte Fjordbuchten begrenzt ist, erinnert Südgrönland auf vielerlei Weise an die Fjorde in Westnorwegen.

Die Umgebung um Qassiarsuk bietet Bergpfade und über 100 km Feldwege, welche die Siedlung mit den umliegenden Höfen verbindet. Bei den Schafzüchtern in Tasiusaq, Nunataaq, Sillisit, Qorlortoq und Ipiutaq finden sich gute Übernachtungsmöglichkeiten für unterwegs.

Eine klassische Wandertour in Grönland ist die ca. 60 km lange Route von Qassiarsuk durchs Gebirge nach Narsaq. Hier variiert die Strecke zwischen leichten Feldwegen mit Übernachtungen auf Bauernhöfen und Gebirgsklettern mit Zelt in einer Landschaft, in der viele Spuren der Wikinger sichtbar sind.