Maritime Traditionen

Qasigiannguits lange Geschichte erinnert an vergangene Zeiten und das kulturelle Erbe. Das Fischen nach Heilbutt und Krabben ist bis heute Haupterwerb der Stadt. Die alten Fischer geben stolz die Familientradition weiter an die jüngere Generation. Der Hafen ist Dreh- und Angelpunkt des Gemeinschaftslebens. Hier trifft man sich zur Arbeit wie zum Klönschnack.
 
Im Meer sind viele Robben unterwegs und die zahlreichen Wale wirken im Schein der Mitternachtssonne noch mal aktiver. Eine Bootstour im Sommer wird oft zu einer Begegnung mit den Buckelwalen und der Anblick eines dieser Tiere, wenn es Seite an Seite mit Ihrem Boot unterwegs ist, wird Ihre Urlaubserinnerungen sicherlich positiv beeinflussen.
 
Das kleine, hellblaue Hotel liegt direkt am Meer und von der Terrasse können Sie oft schon Robben und Wale beobachten – nicht der schlechteste Abschluss eines Tages, den Sie vielleicht in den Bergen oder auf See zwischen Eisbergen und Walen verbracht haben.

Im Meer sind viele Robben unterwegs und die zahlreichen Wale wirken im Schein der Mitternachtssonne noch mal aktiver.

WALE UND BERGERLEBNISSE IN QASIGIANNGUIT

Das offene Hinterland und die zugänglichen Berge um Qasigiannguit bieten gute Wandermöglichkeiten und selbst wenn die Herausforderungen manchmal ganz ordentlich sind, ist die Aussicht doch jede Tour wert – besonders die vom markantesten Berg der Stadt, dem 450 Meter hohen Qaqqarsuaq.
 
Etwas entspannter und doch nicht weniger aufregend verläuft die Tour zum alten Pulverhaus über dem alten Bootshafen. Früher wurde das Haus für die Lagerung von Pulver verwendet, welches man zur Sprengung von Eis in besonders harten Wintern einsetzte. Nur so konnten die Versorgungsschiffe sicher den Hafen anlaufen.
 
Heute sind die Malereien abgeblättert und die rote Farbe ist fast nicht mehr zu sehen, doch überall in den alten Holzplanken können Sie die eingravierten Namen junger Mädchen und Jungen finden: Sie erinnern an die geheimen Liebschaften vergangener Generationen.

  • In den Bergen um die Stadt werden jedes Jahr Moschusochsen, Rentiere, Polarfüchse und Schneehasen gesichtet.
  • In Qasigiannguit steht Grönlands ältestes Haus aus dem Jahre 1734 – in dem sich heute das Stadtmuseum befindet.
  • In Qasigiannguit findet sich die modernste und größte „Efterskole“ in Grönland, eine Internatsschule für 14-18-jährige Jugendliche nach einem reformpädagogischen Konzept aus Dänemark.

  • Die Stadt hat einen Supermarkt, Kioske, ein Café, eine Diskothek, mehrere Speisestätten und eine kleine Boutique, wo man von Angelschnur über Kamik-Boots bis zu Musikinstrumenten und Hundefutter so ziemlich alles kriegt.
  • Ein Hotel, eine Jugendherberge und im Sommer auch einige private Übernachtungsmöglichkeiten finden sich in Qasigiannguit.
  • Die Reederei Diskoline fährt in der Hochsaison Qasigiannguit fünf Mal pro Woche an.
  • Lokale Tourenanbieter organisieren u.a. Wandertouren auf die Berge und zu archäologisch spannenden Punkten.

HUNDESCHLITTEN UND SKILAUF

Wenn die Sonne im Frühjahr wieder über die Polarnacht triumphiert, ist die Zeit des Hundeschlitten gekommen. Das Knacken der Schlitten, das Trappeln der Meute auf dem harten Schnee und der Atem der Hunde, welcher in der frostklaren Luft verdampft, vermittelt ein Gefühl der Freiheit. Hunden, Kutschern und Passagieren ermöglicht es den direkten Kontakt mit der Natur.
 
Dagegen ist das Skilaufen eine vergleichsweise junge Aktivität in Grönland und Qasigiannguit. Die Berge hinter der Stadt eröffnen Möglichkeiten für Langlauf und Tourenski. Auf Tourenskiern werden Sie sicherlich im Hinterland regionale Skifahrer treffen, welche für die nationale Skimeisterschaft trainieren. Für die geübteren Skiläufer ist es hier nahezu verpflichtend, einmal in die Spuren der großen Polarhelden zu treten und sich auf zur Kante des Inlandeises zu machen – das lediglich 20 km entfernt ist.

KULTURERLEBNISSE IN QASIGIANNGUIT

Die Aktivitäten sind vielfältig. Das Stadtmuseum zeigt einige der besterhaltenen Funde aus der Vorzeit sowie interessante Sammlungen. Auch kann man in Qasigiannguit gut traditionelle und moderne Gastronomie Grönlands testen – entweder bei den Fischern im Hafen oder auf der Terrasse des örtlichen Hotels.
 
Eine Kooperation des Stadtmuseums ermöglicht in Qasigiannguit einen einzigartigen Einblick in einen Teil der grönländischen Geschichte. Das „Projekt lebende Inuitsiedlung“ arbeitet mit Freiwilligen und Wissenschaftlern daran, die Thule-Kultur lebensnah zu vermitteln, wie sie nach 1700 aussah.
 
Im Winter treffen sich die Freiwilligen und stellen Werkzeuge und Fellkleidung nach den Methoden her, wie sie in der Thule-Kultur bekannt waren. Im Sommer zieht das Projekt nach draußen, lässt Frauenboot und Kajaks zu Wasser und begrüßt in historischer Kleidung die Gäste der Stadt – wie an einem Sommertag im 18. Jahrhundert.

  • Qasigiannguit hat 1217 Einwohner, die Siedlung Ikamiut hat 97.
  • Die Stadt hat eine eigene Fischfabrik, die ihre Waren weltweit vertreibt.
  • Von Januar bis April ist Qasigiannguit einer der besten Orte in Grönland, um Nordlichter zu sehen.