IN DER WILDNIS ZUR KREATIVITÄT FINDEN

Naturfotografen sind Künstler. Sie sind auf der Suche nach einzigartigen Blickwinkeln und besonders beeindruckenden Landschaftskompositionen. Sie tüfteln mit Einstellungen, klicken, prüfen, klicken, prüfen - stundenlang. Zuletzt haben sie Tausende von Aufnahmen, die beweisen, dass Fotografieren für sie wirklich eine Leidenschaft ist.

 

Aber manchmal stecken Fotografen auch in alltäglichen Routinen fest und gönnen sich immer weniger Zeit, die Kunst zu genießen. Ihre Kreativität kann dann schon mal in einem schwarzen Loch verschwinden.

 

Genau das hat die Kanadier Paul Zizka und Dave Brosha vor einigen Jahren dazu gebracht, die Offbeat-Foto-Workshops ins Leben zu rufen. 

 

Die Mission von Offbeat besteht darin, Fotografen in die Wildnis zu locken, wo ihre Liebe zur Natur, und damit auch ihre Kreativität, neue Blüten treiben kann.

FOTO-WORKSHOPS IN GRÖNLAND

Nicht jede Wildnis erfüllt diese Anforderungen. Die unerforschtesten, exotischsten Wunschlistenziele der Welt sind für Offbeat gerade gut genug. Denken Sie an die Färöer Inseln, Namibia, die Antarktis. Aus diesem Grund sind wir so stolz darauf, dass Zizka und Brosha 2016 auch Grönland als Workshop-Location ausgewählt haben und gerne wiederkommen.

 

Wäre ein Offbeat-Foto-Workshop etwas für Sie?

 

Der Pioneer Series Workshop findet vom 11. bis 18. September 2017 in Grönland statt.

 

PAUL ZIZKA

Paul Zizka hat bereits viele Auszeichnungen erhalten, und erst letztens errang er mit seinen Arbeiten einen Platz in der Liste der fünfzehn besten Abenteuerfotos des Jahres 2016 von National Geographic. Nicht nur mit einem, sondern gleich mit zwei Fotos!

 

ORGINALTON ZIZKA

Wir trafen uns mit Zizka wenige Monate nach seiner Rückkehr aus Grönland, um etwas über seine Lieblingsmomente zu erfahren und ein paar Insidertipps für andere Fotobegeisterte zu bekommen.

 

„Ich habe mich Hals über Kopf in Grönland verliebt. Neben den Rocky Mountains ist es mein Lieblingsort auf der Welt.“ - Paul Zizka

Visit Greenland: Was hat Ihnen an Grönland am besten gefallen?

Paul Zizka: „[Grönland] ist eine solches Land der Möglichkeiten, und Ihr habt den Nagel auf den Kopf getroffen, als Ihr gesagt habt 'Sei ein Pionier'. Genauso fühlt es sich an, wenn man dort ist! Ich habe das Gefühl, einen Ort entdeckt zu haben, den nur wenige andere Menschen kennen. Im Jahr 2017 gibt es nicht mehr viele Orte, die einem dieses Gefühl vermitteln. So habe ich beispielsweise erlebt, wie sich Island völlig verändert hat, was nur noch stärker zum Ausdruck bringt, was für ein Juwel Grönland ist. Es ist so wild und unberührt.“

 

VG: Welches sind für Sie Ihre besten Aufnahmen des Foto-Workshops von 2016 in Grönland?

Zizka: „Da fallen mir zwei bis drei ein, zum Beispiel die Unterwasseraufnahme des grönländischen Inlandeises und die Aufnahmen, bei denen wir Gletscherspalten in der Eiskappe bei Nacht beleuchteten. Das waren die bedeutendsten, nachdem wir sie endlich im Kasten hatten, weil wir diese ganz wasserdichte Ausrüstung auf das Eis hoch schleppen mussten, und Sie können mir glauben, dass es harter körperlicher Anstrengungen bedarf, um diese Orte zu erreichen - insbesondere unter harten Umweltbedingungen und bei einem frühen Wintereinbruch. Wir malen uns all diese Aufnahmen aus - manche konnten wir leider nicht verwirklichen, aber mit den Unterwasseraufnahmen und den Gletscherspalten waren wir schließlich erfolgreich. Wir mussten uns all diese Bilder HART VERDIENEN!“

 

Weitere atemberaubende Fotos von Paul Zizka finden Sie auf @paulzizkaphoto und von Dave Brosha auf @davebrosha.

VG: Gibt es lustige oder vielleicht auch furchteinflößende Geschichten von dem Workshop?

Zizka: „Ein Teilnehmer schwamm auf Disko Island (absichtlich) um ein paar Eisberge - das wurde sehr intensiv dokumentiert! Aber, jetzt mal im Ernst, die Momente, an die ich mich immer erinnern werden, waren diejenigen, an denen es einfach nur still war - wenn jeder voller Ehrfurcht den Moment erlebte. Diese Momente reiner Schönheit und Stille, in denen die Menschen dachten: „DARUM bin ich hierhergekommen!" werden mich immer begleiten.“

  

VG: Welche Tipps würden Sie Fotografen geben, die vorhaben, nach Grönland zu kommen?

Zizka: „Erstens: BRINGT DAS LANGE OBJEKTIV MIT! Wenn Ihr keines habt, kauft euch eines. Oder mietet es. Tut, was immer ihr tun müsst, um eines zu bekommen, denn die Fotogelegenheiten für Eisberge [in der Disko Bay] sind endlos. Wenn man nur ein Weitwinkelobjektiv dabei hat, kommt man nicht nahe genug an die Eisberge heran.

 

Zweitens: Es lohnt sich, die kälteren Temperaturen außerhalb der Saison zu ertragen, um den Nachthimmel zu fotografieren - er ist einfach unglaublich. Die Lichtverschmutzung ist so gering, und es gibt unserer Erfahrung nach nur sehr wenige Wolken. Ob die Nordlichter zum Spielen heraus kommen, entscheiden sie selbst, aber der Nachthimmel ist ganz allgemein schon ein wunderschönes Motiv, das man festhalten sollte. Wenn man stattdessen in der Hochsaison [im Sommer] geht, hat man die Mitternachtssonne und überhaupt keine Nacht.

 

Schließlich sollte man auch eine Bootsfahrt unternehmen. Bei uns war sie ein absolutes Highlight, mit unglaublichen Farben, Eisbergen und Walen - wir haben einfach alles gesehen. Außerdem bekommt man auf dem Boot eine andere Perspektive und ein neues Verständnis für die Größenverhältnisse. Vom Ufer aus kann man nicht immer abschätzen, wie hoch ein Eisberg ist, man kann seine Größe erst erfassen, wenn man sich direkt daneben befindet. Besonders bei Ilulissat Water Taxi legte der Kapitän so viel gute Laune und Leidenschaft für diesen Ort an den Tag. Er war wirklich begeistert davon, uns diese Dinge zeigen zu können, die er selbst schon eine Million Mal gesehen haben muss.“

 

Wollen Sie sehen, wie Paul Zizka das Fotografieren in der Arktis erlebt? Dann schauen Sie sich den Film „Inlandsis“ von Mathieu Le Lay an, der den Offbeat Fotoworkshop 2016 in Grönland dokumentiert.