Jägerkultur seit tausend Jahren Die Inuit in Grönland waren seit den ersten Einwanderungen bei Thule vor rund 4-5000 Jahren abhängig von den Schätzen der Natur wie Fische, Vögel sowie Land- und Wassersäugetiere. Daher gehörte Jagen und Fischen stets zum Überleben in einem Land, in dem die Sommer kurz sind und das Klima ungeeignet für ertragreiche Landwirtschaft ist. Eine Ausnahme bildet jedoch die Schafzucht, die es in Grönland seit den Zeiten der Nordländer gibt und in neuerer Zeit seit 1906 in Südgrönland.
Einzigartige Fanggeräte und Fahrzeuge
Die Inuit mussten sich auf die Kenntnisse ihrer Vorväter, die eigene Fantasie und die Materialien verlassen, die ihnen in der Natur zum Anfertigen der Werkzeuge zur Verfügung standen, was entscheidend für Leben und Tod war. Generationen hindurch war die Inuitkultur in der Lage, einzigartige Dinge zu erfinden und zu verfeinern wie das Kajak, das Ulo (ein Messer für die Frauen), die Specksteinlampe und Harpunen, Vogelspeere und Fellbekleidung höchster Qualität. Dass man sogar festen Schnee zum Bau einer zwischenzeitlichen Behausung in Form eines Iglos verwenden konnte, zeugt von den außergewöhnlichen Fähigkeiten, die natureigenen Materialien zu nutzen.
Die Traditionen werden weitervererbt. Bereits von Kindesbeinen an werden die jüngsten Generationen von den Vätern und Müttern darin unterwiesen, wie sich traditionelle Geräte und Methoden zur Jagd nutzen lassen. Und nicht selten sieht man auch heute noch, dass Kinder ihre ersten Schneehühner oder Robben bereits im frühesten Kindesalter fangen. Der erste Fang ist ein großes Ereignis, das genauso gefeiert wird wie Geburtstage, und zu dem Nachbarn und Familie zum Kaffemik (Kaffeekränzchen) eingeladen werden, ein traditionelles Beisammensein in einer grönländischen Familie.
Klimaveränderungen als Bedrohung der Jagdkultur
Heute ist das Leben der Menschen in Grönland nicht mehr von der Jagd bestimmt, aber die alten Traditionen werden im ganzen Land noch immer in Ehren gehalten, besonders in den Jagdgebieten in Nord- und Ostgrönland. Jäger aus Nordgrönland haben bereits festgestellt, dass Klimaveränderungen zu kürzeren Perioden mit Eis, sehr viel dünnerem Eis bzw. eisfreien Wintern und sehr instabilem Wetter geführt haben. In bestimmten grönländischen Orten und Siedlungen kann sich das als großes Problem für die Jagdkultur darstellen, weil Kultur und Existenz der Menschen vom Eis abhängen, auf dem gejagt und auf dem vieles per Schlitten transportiert wird.