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Einwanderung nach Grönland

Die Inuitkultur in der Gewalt der Natur
Menschen leben seit über 4500 Jahren in Grönland, unterbrochen von langen Zeitabschnitten, in denen das Land auf Grund der Lebensbedingungen nicht bewohnbar war. Das war vor allem der Fall, wenn nicht ausreichend Tiere zur Jagd vorhanden waren, oder sich das Klima veränderte, wodurch das Leben hart und das Überleben unmöglich wurde. Ausgrabungen von ganz Grönland und Funde von Ruinen, Gerätschaften, Knochen und Kleidung weisen auf Menschen hoch entwickelter Kulturen hin, die in Abständen in das Land einwanderten.

17th century winter house by Lars Reimers
Winterhaus aus dem 17. Jahrhundert
1. Einwanderungswelle: Die Saqqaq-Kultur
Die ersten Einwanderer kamen in den Jahren 2500 bis 900 v. Chr. von Kanada nach Grönland. Sie siedelten im südlichen Teil der Melville-Bucht, bei Kap Farvel und hoch an der Südostküste entlang bis zum heutigen Ittoqqortoormiit. Bei der kleinen Siedlung Saqqaq in der Diskobucht wurden die ersten Gerätschaften von dieser Kultur gefunden, nach der auch die Kultur benannt wurde. Man vermutet, dass die Menschen hauptsächlich im Inland wohnten und von der Jagd auf Rentiere lebten.

2. Einwanderungswelle: Die Dorset-Kultur
Diese Einwanderungswelle fand zwischen 500 v. Chr. bis ungefähr zum Jahr 0 statt, und erfolgte auch über das Eis bei Thule und weiter nach Süden entlang der Westküste und wahrscheinlich auch zur Ostküste. Das Dorset-Volk brachte unter anderem das noch heute verwendete Frauenmesser Ulo mit. Funde großer Schneemesser zeugen davon, dass diese Menschen wahrscheinliche die Ersten waren, die das Erbauen von Iglos lernten. Die Menschen nach der nach dem Cape Dorset in Kanada benannten Kultur lebten hauptsächlich in der Tundra von der Jagd auf Landsäugetiere wie Rentiere und Moschusochsen.

3. Einwanderungswelle: Dorset 2, die Nordländer und das Thulevolk
Vor der Jahrtausendwende, d. h., vor dem Jahr 1000 n. Chr., kamen Menschen aus drei verschiedenen Kulturen in einer dritten Einwanderungswelle nach Grönland. Diese Einwanderungswelle kam, nachdem das Land aller Wahrscheinlichkeit nach 800 bis 900 Jahre unbewohnt gewesen war. Das Dorset 2-Volk besiedelte Grönland im 8. und 9. Jh. n. Chr. und ließ sich vor allem bei Thule und in Nord- und Nordostgrönland nieder.

Das Thule-Volk kam wahrscheinlich im 10. Jh. n. Chr. und ließ sich überall in Grönland sowohl an der Westküste als auch an der Ostküste nieder. Die heutigen Grönländer stammen vom Thule-Volk ab, das im Gegensatz zu den früheren Einwanderern ein maritimes Volk war, das an der Küste und vor allem von Meerestieren lebte. Von Kanada kamen die letzten Einwanderer um 1860.

Qilakitsoq mummy from 1475 A.D. by Lars Reimers
Qilakitsoq Mumie, 15. Jahrhundert
Im frühen Mittelalter waren die Nordländer die letzten Einwanderer, die im Gegensatz zu früheren Einwanderungen aus Island und Norwegen kamen. Das ist das einzige Volk, dessen Ankunft auf Grönland genau festzumachen ist, denn zu ihnen zählte Erik der Rote, der im Jahr 982 n. Chr. als Erster in Südgrönland an Land ging. Der Fund einer schriftlichen Quelle über eine Hochzeit, die in der Kirche Hvalsey Kirke im Jahr 1408 stattfand, ist das letzte Lebenszeichen der Nordländer auf Grönland, die vor allem von der Landwirtschaft lebten.

Über ganz Grönland verteilt finden sich heute Spuren vor allem von den letzten Einwanderern, aber auch in den Museen vor Ort sowie im Nationalmuseum in Nuuk gibt es ausführliche Ausstellungen zu diesem Thema.
 





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